„Bildungsexperten”


Es ist schon erstaunlich, wieviel Menschen sich als „Bildungsexperten" bezeichnen, ohne daß sie irgendeine praktische Erfahrung nachweisen können. Insbesondere die „Experten" von OECD und Bertelsmann - Stiftung könnten einen mit ihren Statistik - Clownereien zum Lachen bringen, wäre dieses Thema nicht zu ernst. Betrachtet man die Vita dieser „Bildungsexperten", so stellt man fest, daß diese entweder überhaupt nie, oder allenfalls ein bis zwei Jahre in ihrem Leben unterrichtet haben.
Immer wieder werden schwerwiegende Umstrukturierungen und Eingriffe in Schulsysteme, Schulen, Lehrpläne und Unterrichts- bedingungen von ignoranten Kultusministern vorgenommen. Politiker können ja bekanntlich alles, egal ob sie als Kultusminister oder als Finanzminister daherschwätzen und sich von ebenso inkompetenten Staatssekretären dabei unterstützen lassen, sind also keine Fachleute. Aber diese Kultusminister lassen sich von ebenso inkompetenten „Bildungsexperten" beraten. Natürlich kommen dabei nur solche „Experten" zum Zuge, die auf der Linie der bevorzugten Ideologie liegen. Und diese Ideologie sagt: Alle Schüler sind gleich intelligent, und diejenigen Lehrer, die das nicht akzepieren wollen, sind dumm und wir müssen sie besser „schulen". Das liegt daran, daß nach 1989 selbst dem Dümmsten klar geworden ist, daß der Sozialismus auf wirtschaftlichem Gebiet völlig versagt hat und seine Unbrauchbarkeit in überdeutlicher Weise offengelegt hat. Um die Grundidee des „Sozialismus" nicht völlig aufgeben zu müssen, hat man nun einen „geistigen Sozialismus" erfunden, wie oben gesagt: „Alle sind gleich intelligent. Unterschiede werden nur durchdas ungerechte Schulsystem der „herrschenden Klasse" (wer oder was immer das auch sein mag) künstlich erzeugt."
In den 70-er Jahren wollten viele 68-er den Sozialismus, also auch den „geistigen" Sozialismus mit der Brechstange durchsetzen. Das hatte schon damals erschreckende Folgen, aber immer noch nicht genug für eingefleischte Revoluzzer, welche die gesamte Gesellschaft umkrempeln wollten, und damit bei der Schule anfingen. So hat man sich inzwischen in der Riege der ideologisch verblendeten Dummköpfe darauf verlegt, durch immer neue „Reformen" in Art einer Salami -Taktik das bewährte leistungsfähige dreigliedrige Schulsystem immer weiter zu zerstören mit dem Ziel, die Gesamtschule oder Einheitsschule oder wie immer man sie nennen mag durch die Hintertür überall einzuführen und zwingend vorzuschreiben (Ein solcher Versuch ist schon einmal in Hessen vom damaligen Kultusminister Friedeburg vorgenommen worden und gottseidank gescheitert.), und jedem das Abitur und alle anderen höheren Abschlüsse zu garantieren, denn jeder Mensch ist ja ein Einstein, und wenn jemand nicht Professor wird, sind daran nur die bösen Lehrer schuld.
Was haben wir nicht alles für „Reformen" über uns ergehen lassen müssen. So mancher Kultusminister muß jedes Jahr mindestens einen neuen Furz lassen, um sich zu produzieren. Ob das fachlich einen Sinn hat, ist dabei völlig egal, Hauptsache, er kann damit irgendeine linke Wählerklientel beeindrucken. Auf alle die schwachsinnigen sogenannten Reformen einzugehen, würde ein ganzes Buch füllen. Daher werde ich mich im folgenden auf die Behandlung weniger „Reformen" beschränken:
1.    Rechtschreibereform
2.    Ganzheitsmethode, Mengenlehre und antiautoritäre Erziehung
3.    Schreiben nach Gehör
4.    Inklusion geistig behinderter Schüler an Regelschulen, insbesondere am Gymnasium
Die unzähligen „Reformen", welche durch die Hintertür (möglichst unmerklich) die Einheitsschule herbeiführen sollten, lasse ich hier unerwähnt, da ich mich bereits in einem anderen Aufsatz: „Zum Thema: Bildungschancen, Gesamtschule und gegliedertes Schulsystem" ausführlich geäußert habe. (Siehe meine Homepage:  www.familie-burchert.de)

zu 1.:    Rechtschreibereform:
Die 68-er Revoluzzer behaupteten seinerzeit: Die deutsche Rechtschreibung ist nur deshalb so schwierig, weil sie von der „herrschenden Klasse" (wie gesagt, wer oder was immer das auch sein sollte) als Klassenkampfmittel gegen die Arbeiterklasse verwendet wird, um letztere von den höheren Bildungsabschlüssen und damit von wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Schlüsselpositionen fernzuhalten. Daher muß die Rechtschreibung radikal vereinfacht werden, um der „herrschenden Klasse" dieses Klassenkampfmittel aus der Hand zu schlagen. Welch ein grober Unfug! Korrekte Rechtschreibung kann man mit etwas Fleiß erlernen, sodaß diese kein Kriterium für geistige Fähigkeiten ist, welche zur Erlangung höherer Bildungsabschlüsse führen können. Insofern ist die Begründung schon abwegig. Die Rechtschreibung einer Sprache ist, wie die Sprache selbst, historisch gewachsen. Geschichte läßt sich aber nicht mit mathematischen Formeln und einfachen, willkürlich aufgestellten „Vereinfachungsregeln" beschreiben.
Aber damals bildete sich eine selbsternannte „Rechtschreibekommission", welche sich eine radikale Vereinfachung der deutschen Rechtschreibung zum Ziel setzte. Als erstes nahm man sich vor, die Groß-und Kleinschreibung der englischen Art und Weise anzupassen. Davon ist heute keine Rede mehr. Nachdem die 68-er den angedrohten „Marsch durch die Institutionen" erfolgreich begonnen hatten, konnten sie erreichen, daß die Rechtschreibekommission „amtlich" wurde und damit auch Zuwendungen aus Steuergeldern erhielt. Seitdem dümpelte sie jahrzehntelang vor sich hin, ohne konkrete Ergebnisse hervorzubringen, was nicht verwunderlich ist, da ihre Existenz durch nichts sinnvoll zu begründen ist. Nach etlichen Jahren fiel es wohl plötzlich einigen Leuten in Verwaltung und Politik auf, daß da eine Institution Geld kostete (Aufwandsentschädigungen, Spesen für unnütze Konferenzen u.a.), ohne daß entsprechende Leistungen oder Ergebnisse zu registrieren gewesen wären. Auf einmal waren die Mitglieder der Rechtschreibekommission in Erklärungsnot, mußten sie doch nach vielen Jahren plötzlich ihre Existenzberechtigung nachweisen und ganz schnell Ergebnisse vorweisen, obwohl keine vorhanden waren. Zwar hatte man zwischenzeitlich versucht, kompetente Fachleute in die Kommission zu berufen, um nach außen hin ein seriöses und fachkompetentes Bild vorzutäuschen. Da jedoch die alten Revoluzzer immer dafür sorgten, daß sie die Mehrheit behielten, verließen die wirklichen Fachleute die Kommission einer nach dem anderen verärgert und manchmal sicher auch entsetzt, da sie sich gegen die Phalanx der 68-er nicht durchsetzen konnten. Die verbliebenen, inkompetenten Mitglieder bastelten nun in aller Eile eine „Rechtschreibe- reform" zusammen, die nichts anderes war, als ein konfuses Sammelsurium von potenziertem Unfug. Auch wenn später wieder teilweise zurückgerudert wurde, blieb doch zuviel Schrott übrig.( Die FAZ ist inzwischen fast wieder zur alten Rechtschreibung zurückgekehrt.) Soviel zu den „Experten" der Rechtschreibereform.
Welches Demokratieverständnis Politiker an den Tag legen, konnte man seinerzeit in Schleswig-Holstein sehen. Nachdem die Bevölkerung in einem Volksentscheid gegen die Einführung der neuen Rechtschreibregeln gestimmt hatte, kippte der Landtag vier Wochen später rechtswidrig, aber mit den Stimmen aller Parteien diesen Volksentscheid mit der Begründung, man könne sich nicht als einziges Bundesland anders entscheiden als die anderen.
Man wird den Verdacht nicht los, daß die Schulbuchverlage die Hauptlobbyisten waren (oder Bertelsmann?), welche die Reform selbst und immer wieder eine neue Reform der Reform der Reform der Kommission einflüsterten. So konnte man immer wieder dasselbe Buch neu verkaufen. Dabei wurde billigend in Kauf genommen, daß der Deutschunterricht durcheinander geriet.


zu 2.:    Ganzheitsmethode, Mengenlehre und antiautoritäre Erziehung:
Nach der Devise: „Alles Alte ist falsch, weil es alt ist, und alles Neue ist richtig, weil es neu ist", sollten altbewährte Lehrmethoden und Lehrpläne über den Haufen gefahren werden, um neuen „Methoden" Platz zu machen, ohne daß diese gründlich überdacht, begründet und erprobt wurden. So glaubte man, durch das Erlernen ganzer Wörter, direkt in Schreibschrift, sich das mühsame Erlernen einzelner Buchstaben sparen zu können. Doch dies ging, wie zu erwarten war, gründlich schief. Da aber Politiker nie zugeben können, daß sie einen Fehler gemacht haben, erfanden sie als Ausrede für das Scheitern ihrer dämlichen Idee eine neue Krankheit: Die Legasthenie. Damit wurde in einfacher Weise das Problem von den Politikern zu den Medizinern weitergeschoben und die Politiker waren es los.
Gleichzeitig wollten sie den Mathematikunterricht „revolutionieren" und „modernisieren", indem sie die Mengenlehre für die Grundschule, Hauptschule und die Unterstufe der Realschulen und Gymnasien einführten. Dabei blieben das kleine und das große Einmaleins auf der Strecke. Welch ein Unsinn! Die sogenannte Mengenlehre ist keine eigenständige mathematische Disziplin, sondern lediglich eine verkürzte, abstrahierende Schreibweise für mathematische Aussagen. Alles, was darüber hinausgeht, ist entweder (algebraische) Topologie oder Algebra oder weiterführende Hochschulmathematik und hat in der Schule nichts zu suchen. Aber gerade die Fähigkeit zur Abstraktion entwickeln Schüler erst in einem Alter, in welchem sie ggf. bereits die Oberstufe des Gymnasiums besuchen. Insbesondere ein Argument zur Einführung der Mengenlehre zeigt die Denkunfähigkeit von deren Verfechtern: Die Einführung der Mengenlehre würde soziale Gerechtigkeit herstellen, da nun die Eltern den Schülern nicht mehr helfen können, weil die Eltern selbst keine Ahnung von Mengenlehre haben. So wäre der ungerechte Vorteil der Kinder reicher Eltern oder Akademikern aufgehoben. Welch ein grober Unfug. Gerade die reichen Eltern können dann Studenten zur Nachhilfe engagieren. Also ist damit genau das Gegenteil von dem erreicht, was man vorgegeben hatte erreichen zu wollen. Nachdem nun aber auch die Einführung der Mengenlehre gründlich daneben ging, erfand man als Ausrede dafür wieder eine neue Krankheit: Die Dyskalkulie.
Schließlich propagierte man, um das Chaos noch zu vergrößern und sowohl den Eltern als auch den Lehrern sinnvolle Erziehung unmöglich zu machen, die „antiautoritäre Erziehung". Aber der Begriff wurde falsch erklärt, denn wenn von „gewaltfreier Erziehung" gesprochen wird, müßte das lateinische Wort, von dem der Begriff abgeleitet werden soll, „potestas" sein. „Auctoritas" bedeutet u.a. „Ansehen, Vorbild, Gültigkeit, Geheiß". Aber auch alle diese Voraussetzungen einer sinnvollen Erziehung wollten die 68-er Linken ja verteufeln und aus der Erziehung verbannen. Leider mit so großem Erfolg, daß inzwischen Generationen von Eltern und Lehrern mit den Auswüchsen dieses Unfugs zu kämpfen haben. Viele sind mit diesem Kampf völlig überfordert. Aber selbst für dieses, letztlich nicht nur die Schule, sondern die ganze Gesellschaft belastende Chaos erfand man, nachdem damit auch die antiautoritäre Erziehung gründlich in die Hose ging, als Ausrede wieder eine neue Krankheit: ADHS. Ein US-amerikanischer Pharma - Produzent suchte für ein ansonsten nicht gebrauchtes Medikament eine Anwendung. Hier hat er sie gefunden und kann nun fleißig verkaufen.


zu 3: Schreiben nach Gehör:
Nachdem die mißlungene Rechtschreibereform durch Legasthenie irgendwie nicht so ganz glaubwürdig entschuldigt werden konnte, meint man nun, vollends alle Regeln über Bord werfen zu müssen, da ja dann niemandem mehr Rechtschreibfehler angekreidet werden können. Dabei hat man auch noch den Vorteil, eine gantze Portzjohn näuer Wöata kennen zu Lärnen. Ob irgendein Leser das Geschreibsel versteht, ist völlig egal, Hauptsache, der Schreiberling kann keine Fehler mehr machen. Wie sich dies erst auf das Erlernen von Fremdsprachen auswirkt, kann sich jeder ausmalen. Der Englisch - Lehrer oder die Englisch - Lehrerin schreibt dann unter die Klassenarbeit die Beurteilung: „Siss ehs oahles in Ördening. Nout: wann."
Die Verfechter dieses Wahnsinns behaupten frech und dreist: „Das wächst sich später alles von alleine aus und die richtige Schreibweise stellt sich dann im Laufe der Zeit ganz von selber ein. Hauptsache, die Kinder werden nicht durch dauernde Korrekturen und Kritiken ihrer Schreibweise in der Entwicklung ihres Selbstbewußtseins gehemmt." Wie soll sich denn eine korrekte Rechtschreibung von selber einstellen? Man braucht nicht viel Grips, um zu erkennen, daß ein solcher Versuch von vorneherein zum Scheitern verurteilt ist, was inzwischen durch die Praxis bewiesen ist. Viele Jugendliche sind nicht mehr in der Lage, eine Bewerbung oder einen Lebenslauf zu schreiben. Allenfalls versuchen sie, auf Computerprogramme zurückzugreifen. Aber ohne ein solches wird nicht einmal darauf geachtet, daß das geschriebene Kauderwelsch auch jemand verstehen soll. Das Lesen und Schreiben ist ein Kulturgut, das zur Zeit offensichtlich droht verlorenzugehen.
Ein altes deutsches Sprichwort sagt: „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr." Warum wirft man diese altbewährte Erkenntnis ohne Grund über Bord und ersetzt sie durch völlig unbewiesene, bzw. inzwischen durch die Praxis widerlegte Behauptungen? Die Schüler werden leichtfertig als Versuchskaninchen für verrückte Experimente mißbraucht, für die es nicht die geringste logische und vernünftige Grundlage gibt, von einer „wissenschaftlichen" Grundlage ganz zu schweigen. Aber diese Schüler müssen in ihrer Zukunft selbst versuchen, mit den negativen Folgen dieser Experimente fertig zu werden.


4.: Inklusion geistig behinderter Schüler an Regelschulen, insbesondere am Gymnasium
Zunächst muß man einmal differenzieren zwischen körperlicher und geistiger Behinderung. Es ist sicher richtig, daß es für körperlich behinderte Schüler zu wenig entsprechend eingerichtete Schulen gibt, in welchen Inklusion mit nicht behinderten Schülern möglich ist. Ich habe ein Jahr lang an einem Gymnasium unterrichtet, welches über die baulichen und personellen Voraussetzungen dafür verfügt, so daß in dieser Schule körperlich behinderte Schüler mit nicht behinderten Schülern zusammen unterrichtet werden können. Ich habe hier sehr positive Erfahrungen gemacht. Aber man muß auch die Grenzen der Möglichkeiten erkennen. Für Schüler, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, gibt es Rollstuhlrampen und Aufzüge. Für alle behinderten Schüler stehen auch Physiotherapeuten und Psychotherapeuten sowie die entsprechenden Behandlungsräume zur Verfügung. Aber es gibt ja eine Vielzahl verschiedener Behinderungen. So ist z.B. ein schwerhöriger Schüler auf Lippenlesen angewiesen, so daß der Schulleiter z.B. keinen Lehrer mit Bart oder Schnurrbart zum Unterricht in einer Klasse einteilen kann, in welcher schwerhörige Schüler sind. (Ich meine hier nicht die „Schwerhörigkeit" vieler gesunder Schüler.) (Nebenbei: Wie sollte ein schwerhöriger Schüler „Schreiben nach Gehör" praktizieren?) Hier stößt die Inklusion an ihre Grenzen. Daher ist es unabdingbar, die entsprechenden Schulen wie z.B. Taubstummenschulen oder Blindenschulen, die mit ihren speziell ausgebildeten Lehrern und entsprechender Ausstattung hervorragende Arbeit leisten und so den behinderten Schülern am besten helfen können, zu erhalten, zu unterhalten und zu unterstützen, und sie nicht einem falsch verstandenen Inklusionswahn zu opfern.
Geradezu absurd wird die Diskussion beim Thema. „Inklusion geistig behinderter Schüler in die Regelschulen". Alle Grundschullehrer und Grundschullehrerinnen, die ich kenne, sind sich in einer Aussage einig: Spätestens im Laufe der 4. Klasse fächert sich das Leistungs- spektrum einer Klasse derart auf, daß es schwierig wird, allen Schüern gerecht zu werden. Man muß zeitweise Methoden zuhilfe nehmen, die eigentlich nur gezwungenermaßen an Zwergschulen praktiziert werden, in denen Schüler mehrerer Klassenstufen in einer Klasse gemeinsam unterrichtet werden, weil es dort nun mal nicht anders geht. Daher ist es sinnvoll, daß hier das dreigliedrige Schulsystem beginnt, weil es mit dieser Differenzierung gelingt, allen Schülern entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft gerecht zu werden. Über den Unsinn der Gesamtschule, egal wie immer man sie betitelt, habe ich mich bereits in einem anderen Aufsatz geäußert (s.o.), so daß ich hier nicht darauf einzugehen brauche. Nun soll das Leistungspektrumwieder völlig unnötig aufgefächert, und so dem Lehrer ein effektiver Unterricht unmöglich gemacht werden. Diesem einen weiteren, speziell ausgebildeten Kollegen zur Seite zu stellen, vergrößert zwangsläufig nur das Chaos. Im übrigen: Soll dieser Sonderschullehrer für die Bewältigung aller verschiedener Formen der Behinderung ausgebildet sein? All dies ist nur ideologisch induziertes Wunschdenken und in der Praxis nicht durchführbar. Hier könnte man ein von vielen Politikern gern verwendetes, ziemlich beklopptes Wort verwenden: „Es ist nicht zielführend". Letztlich fehlen diese speziell ausgebildeten Lehrer an den eigentlichen Förderschulen, wo sie anhand der dort vorhandenen Möglichkeiten die Schüler viel besser fördern können als in einer Regelschule. Die schwachsinnigen Ideologen der Gleichmachererei wollen sogar die Förderschulen abschaffen, weil sie eine Stigmatisierung und Herabsetzung der behinderten Schüler bewirken würden. Doch es sollte nicht darum gehen, wider besseres Wissen eine falsche Ideologie durchzusetzen, sondern darum, wie man behinderten Schülern am besten helfen kann, und das geht eben am besten in den Förderschulen.
Völlig absurd wird es mit der Inklusion geistig behinderter Schüler ans Gymnasium. Ja geht's denn noch? Herr, laß Hirn regnen! Ich warte nur darauf, daß begabte Schüler vor den Verwaltungsgerichten klagen, weil sie nicht ihren Fähigkeiten entsprechend gefördert werden können, weil die Förderung der schwachen Schüer die gesamte Aufmerksamkeit und Arbeitskraft der Lehrer in Anspruch nimmt. Wieviel Geld wird für die Förderung nicht einmal behinderter, sondern nur schwacher Schüler ausgegeben und wieviel für begabtere und besonders begabte Schüler? Aber Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft ist ja in der Ideologie der Gleichmacherei verpönt.


Soviel zu den vier genannten „Reformen".


Doch nicht nur mit „Reformen" größeren Stils verfolgen die Alt-68-er ihre kruden Ideen, sondern sie schleichen sich auch im Detail in die einzelnen Lehrpläne ein, so daß auch diese inzwischen bis zur Unkenntlichkeit erodiert sind. Man denke nur an das schwachsinnige Gefasel von „Kompetenzen", nur um ein blödsinniges, angebliches „Lernziel" zu formulieren, um damit die Schüler der notwendigen Mühe zu entheben, Sachkenntnis zu erlangen, auf deren Basis es überhaupt möglich ist, Fachkompetenzen zu entwickeln. Zur Zeit erfolgt wieder einmal ein Angriff (nicht der erste) von 68-er Anarchisten auf die ethisch - moralische und seelische Konstitution der Schüler in Hessen: Als „Lernziel" wird sinngemäß gefordert, daß die Schüler unnatürliche Lebensweisen wie z.B. Patchwork - Familien und das Adoptionsrecht für schwule und lesbische Paare nicht etwa nur tolerieren sondern akzeptieren! (Oder schreibt man das heute so: Akt - Zäpp - Tieren?) Unabhängig von der Frage, wie man das Erreichen dieses Lernziels überhaupt überprüfen kann, würde dies bedeuten: Akzeptiert der Schüler die im Lehrplan vorgegebenen Lebensweisen nicht, so hat er das Lernziel nicht erreicht und muß so lange „beschult" werden, bis er es erreicht hat. Das ist moralisch - ethische Diktatur, Zwangsumerziehung und die Vorstufe zu staatlich verordneter Gehirnwäsche.
Leider sind die verantwortlichen Kultusmisnister, wie alle Politiker, absolut beratungsresistent, was eine Gültigkeit hat, fast wie F = m • a. Daher wird trotz jämmerlichen Scheiterns einer „Reform" immer wieder behauptet, man habe alles richtig gemacht, es sei alles richtig geplant, nur vor Ort würden die Betroffenen die Reformen nicht richtig umsetzen. Das typische Beispiel hierfür ist die Bologna Reform, welche von völlig unfähigen Politikern in grenzenloser Selbstüberschätzung, gänzlich befreit von jedem Sachverstand beschlossen wurde. Dabei ging die Initiative offensichtlich von der Industrie aus, die zwar Mitarbeiter mit Universitätsstudium haben wollte, aber nicht so gut bezahlen wollte wie Diplomingenieure. Da wollte man Geld sparen, also mußte ein niedrigerer Abschluss her. So hat man das Diplom einer deutschen Universität oder Technischen Hochschule, welches weltweit höchstes Ansehen genoß, völlig sinnloserweise kaputtgemacht. Nachdem 10 Jahre später allen Betroffenen das Scheitern in allen Teilen der Reform klar wurde, behaupteten die Politiker trotzdem: Alles ist gut . (s.o.) Diese „Reform", die in allen Bereichen, in welchen sie eine Verbesserung erreichen wollte, eine Verschlechterung bewirkt hat, gehört vollständig in die Mülltonne.
Aber auch andere „Reformen", wie z.B. das 8-jährige Gymnasium zeigen die Unbelehrbarkeit der Politiker: Bereits in den 60-er Jahren gab es in mehreren Gymnasien sogenannte D-Zug-Klassen, in denen man das Abitur auch schon nach 8 Jahren machen konnte. Das ging nach einiger Zeit sang- und klanglos unter. Aber nach kurzer Zeit wurde ein neuer Anlauf genommen, indem man an einigen Probeschulen einen ganzen Zweig von D-Zug-Klassen einrichtete, was aber ebenfalls schnell beendet wurde, weil es von den Schülern und Eltern nicht hinreichend angenommen wurde. Doch selbst nach mehreren trotz üppiger personeller finanzieller und baulicher Ausstattung gescheiterten Versuchen waren die Kultusminister unbelehrbar. Nun wurde das 8-jährige Gymnasium eben zwangsweise eingeführt. Aber inzwischen hat auch der dümmste „Kulturpolitiker" einsehen müssen, daß dies in der Bevölkerung, genauso wie bei den vorausgegangenen Versuchen, nicht angenommen wird. Nun stellt sich die Frage, warum die Kultusminister mit solcher Penetranz immer wieder einen toten Gaul weiter-reiten wollten. Die Antwort ist einfach: Weil sie von Finanz- und Wirtschafts - „Experten" dazu gedrängt wurden. Diese sagten: Wenn die Schulzeit um ein Jahr verkürzt wird, kommen die Schüler auch nachher ein Jahr früher in die Berufstätigkeit, verdienen Geld und zahlen dann ein Jahr mehr in die Rentenkasse ein, die ohnehin schon oft genug zweckentfremdet geplündert wurde. Das ist natürlich eine Milchmädchenrechnung, denn zur Hochschulreife gehört nicht nur Wissen, bzw. erlernte Fähigkeiten, sondern auch Entwicklung von Persönlichkeit und Selbständigkeit. Dies jedoch kann man nicht „lernen", sondern es bildet sich im Laufe des Erwachsenwerdens und läßt sich nicht künstlich per Dekret beschleunigen. Als eine ehemalige D-Zug-Klasse 10 Jahre nach ihrem Abitur ein Ehemaligen - Treffen veranstaltete, hatten diese Ehemaligen übereinstimmend festgestellt, daß sie das Jahr, was sie an der Schule gespart hatten, im Studium letztlich wieder drangehangen hatten.


Alle diese sogenannten „Reformen" bekommen die Schulen und die Lehrer von Politikern und den sie „beratenden" „Bildungsexperten" ungefragt vor die Nase gesetzt, ohne daß sie sich dagegen wehren können, weil die meisten von ihnen ja Beamte sind, und deswegen werden Bedenken, Einwände und Proteste der Lehrerverbände schlichtweg ignoriert. Mit anderen Worten: Gefragt werden die Lehrer nicht, sondern von den Kultusministern nach Herzenslust verKlemmt, verKlippert und ver- - sonst was, denn wenn man sie fragen würde, müßte man mit Antworten rechnen, die überhaupt nicht in die Ideologie des geistigen Sozialismus und damit auch nicht zum eigenen Wunsch- denken paßt. Lieber gibt man Aufträge zu „wissenschaftlichen Untersuchungen" an diejenigen „Bildungsexperten", von denen man eine, natürlich gut bezahlte, „Expertise" erstellen läßt, die dem eigenen Wunschdenken entspricht, denn wer die Musik bezahlt, darf auch sagen, was gespielt wird. Diese „Experten" sind, wie anfangs bereits erwähnt, Leute, die entweder überhaupt nie, oder höchstens ein bis zwei Jahre lang unterrichtet hatten, ansonsten im freien Raum ohne Sachkenntnis daherlabern. Wirkliche Bildungsexperten können meines Erachtens nur aus denjenigen Kollegen hervorgehen, die mindstens zehn Jahre lang vollzeitlich unterrichtet haben. Jeder, der diese Mindestanforderung nicht erfüllt, sollte über Schulreformen gefälligst den Mund halten, und jeder Kultusminister sollte diese Mindest- anforderung auch an jeden seiner Berater stellen oder abdanken.


Wann gehen die Alt- und Nach- 68-er „Revoluzzer" endlich in Rente, hören auf, von ihren sozialistischen „Idealen" zu schwärmen und halten den Mund? Denn das, was hier seit Jahrzehnten mit unseren Kindern und Jugendlichen geschieht, daß sie - von einer fragwürdigen Ideologie indiziert willkürlich und immer wieder aufs neue mit unsinnigen „Schulversuchen" traktiert werden, erfüllt in der Gesamtheit inzwischen für meine Begriffe den Straftatbestand des Kindesmißbrauchs.