Früher mal aktuell, jetzt wieder:
„Meinungsfreiheit“ für Politiker (Mai 1995)
Die meisten Politiker haben gar nicht gemerkt, daß sie sich freiwillig ihrer eigenen Meinungsfreiheit begeben haben (sofern sie überhaupt eine eigene Meinung hatten). Wenn man deren Äußerungen hört, muß man zwangsläufig zu dem Schluß kommen, daß sie unter dem totalen Zwang stehen, genau das Gegenteil von dem sagen zu müssen, was der politische Gegner sagt, unabhängig von dem, was sie vielleicht selbst für richtig halten, oder was sachlich nachweisbar vernünftig wäre. Das führt oft zu grotesken Begründungsversuchen für die geäußerte „Meinung“, insbesondere dann, wenn man früher einmal eine andere „Meinung“ vertreten hat. Wer hier auf wen reagiert, ist genauso schlecht zu entscheiden wie die Frage, wer früher da war, die Henne oder das Ei. (Zur Klärung dieser Frage erfand man ja bekanntlich den Osterhasen.) Kein Wunder, daß der Bürger an der Kompetenz solcher „Politiker“ zweifeln muß. Der absolute Fraktionszwang, dem sich jeder Politiker unterwerfen muß, wenn er innerhalb einer Partei „etwas werden will“, tut sein übriges.
zur Zeit:
Es ist absolut lächerlich, wie sich so viele "Politiker" so vieler Parteien von der AFD wie die Pfingstochsen am Nasenring durch die Manege ziehen lassen, indem sie in hektischen, unüberlegten Reaktionen genau das Gegenteil von dem glauben sagen zu müssen, was ein AFD-Politiker gerade gesagt hat, und ebenso unüberlegt glauben, genau gegenteilig abstimmen zu müssen wie die AFD, unabhängig von der eigenen Meinung oder Überzeugung.