Zum Thema „Inklusion”

Als allererstes muß festgestellt werden: Eine sinnvolle Diskussion über Inklusion an Schulen und überhaupt an allen Bildungseinrichtungen kann nur stattfinden, wenn man die Situation für geistige und körperliche Behinderung getrennt betrachtet. 
Für beide Behinderungsarten haben wir hervorragende, besonders ausgestattete Schulen und speziell ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer, welche hervorragende Arbeit leisten. Hier können behinderte Schüler am besten gefördert werden.
Nun sind die körperlichen Behinderungen vielfältig und bei verschiedenen Schülern verschieden stark ausgeprägt. Daher ist es möglich, je nach Art und Umfang der Behinderung Möglichkeiten zu schaffen, daß auch Schüler, die z.B. auf einen Rollstuhl angewiesen sind, in den allgemeinen Unterricht einer Regelschule integriert werden können, indem man in den Schulgebäuden Fahrstuhlrampen und Aufzüge einbaut. Auch bei anderen Behinderungen sind entsprechende Hilfen möglich, z.B. Mikrofone und Kopfhörer bei Schwerhörigen oder Vergrößerungsbildschirme bei Sehbehinderten und andere Hilfen. Jedoch versagen diese Systeme bei Schwerstbehinderten, z. B. bei Taubstummen oder völlig erblindeten Schülern. Daher sind die Sonderschulen, die auf die jeweilige Behinderung spezialisiert sind, unverzichtbar. 
Die Idee, die Sonderschullehrer aus den Sonderschulen herauszunehmen und sie auf die Regelschulen zu verteilen, ist geradezu absurd. Welche kranken Hirne können einen solchen Schwachsinn aus - „denken”? Allein zahlenmäßig ergäbe es keinen Sinn. Aber es ist ja viel schlimmer: Wenn in einer Klasse mehrere Schüler mit mehreren verschiedenen Behinderungen zusammen sind, müßten auch mehrere Sonderschullehrer gleichzeitig in dieser Klasse unterrichten. Ach ja, und da ist ja auch noch der Lehrer der Regelschule. Das Chaos ist somit komplett, selbst wenn nur zwei Lehrer in einer Klasse gleichzeitig unterrichten sollen, was die Praxis dort, wo diese Vesuche unternommen werden, beweist. Dieses Chaos wird dann auch noch durch eine Reihe von schlecht oder gar nicht erzogenen Schülern vom unerträglichen ins unbeherrschbare Chaos in beliebige Dimensionen gesteigert. 
Mit anderen Worten: Inklusion von körperlich behinderten Schülern gelingt unter bestimmten Voraussetzungen in einer ganzen Reihe von Fällen, wenn die Schule mit den erforderlichen baulichen und technischen Hilfsmitteln ausgestattet ist und auch ständig medizinisches Fachpersonal zur Verfügung steht, so daß der Unterricht von den Lehrern der Regelschule gehalten werden kann. Im Schuljahr 88/89 unterrichtete ich ein Jahr lang an einer solchen Schule und war angetan von der angenehmen Atmosphäre, die sich zwischen den körperlich behinderten und den nichtbehinderten Schülern entwickelt hatte. Die Zahl dieser Schulen müßte jedoch deutlich erhöht werden, denn diese Schule z.B. hat einen Einzugsradius von ca. 50 Km, teilweise sogar mehr, was dazu führt, daß viele Schüler während der Woche am Schulort wohnen müssen und nur am Wochenende zu Hause sein können, was natürlich zu psychischen Belastungen führt. Anstatt Geld für Projekte wie „Jedem Schüler seinen Laptop” sinnlos zum Fenster hinauszuwerfen, sollte man lieber mehr Schulen baulich, technisch und medizinisch behindertengerecht ausstatten. 
Geistig behinderte Schüler können am besten in den entsprechenden Förderschulen durch die dort wirkenden, speziell ausgebildeten Lehrer gefördert werden. Eine Inklusion in Regelschulen ist nicht nur sinnlos, sondern sogar kontraproduktiv. Die Argumente hierfür sind die gleichen wie diejenigen, die für das althergebrachte dreigliedrige Schulsystem und gegen die Gesamtschule sprechen: Alle Grundschullehrerinnen und Grundschullehrer bestätigen, daß spätestens im vierten Schuljahr das Leistungsspektrum der Schüler derart ausgeweitet ist, daß es schwer wird, allen Schülern im Leistungsanspuch gerecht zu werden. Wie breit das Spektrum dann in einer 9. Klasse ist, kann sich jeder ausmalen. Kommen nun noch geistig behinderte Schüler hinzu, die ohnehin besonderer Betreuung bedürfen, ist das Chaos komplett. Die Behauptung, dies Problem könne man durch sogenannte „Innendifferenzierung” lösen, ist eine glatte Lüge. Abgesehen davon, daß dies für das ohnehin völlig überlastete Lehrpersonal eine zusätzliche, erst recht unzumutbare Belastung bedeutet, ist es eine Illusion, daß die Lehrperson dann jedem Schüler entsprechend dessen geistigen Fähigkeiten gerecht werden kann, denn dies kann nur in kleinen Gruppen von 6 - 12 Schülern mit zwei Lehrpersonen, wie dies in den Förderschulen gehandhabt wird, geschehen. Ich warte nur noch darauf, daß besonders begabte Schüler Verfassungsklage nach Artikel 2 des Grundgesetzes erheben, weil sie sich in ihrem Grundrecht auf freie Entfaltung ihrer Persönlichkeit durch die Schule, der sie ja zwangsläufig angehören, behindert sehen, da die gesamte Aufmerksamkeit und Arbeitskraft ihrer Lehrer vollständig von den leistungsschwachen Schülern in Anspruch genommen wird und dadurch ihre eigene schulische Entwicklung Schaden leidet.
Aber die Lüge ist noch viel schlimmer! Denn durch die „Innendifferenzierung” werden ganz verschiedene Leistungen gleich - natürlich positiv - bewertet. Dadurch werden die Schüler über ihre tatsächliche Leistungsfähigkeit und ihre Leistung getäuscht, gleichermaßen deren Eltern. Um dies nicht so offensichtlich werden zu lassen, verzichtet man sogar auf die Versetzungsentscheidung und auf die Wiederholung einer Klasse, was den Offenbarungseid über die inzwischen angehäuften Defizite sogar noch hinausschiebt, anstatt rechtzeitig zu warnen. So werden Schüler zwangsläufig dazu verleitet, nichts zu tun. Hinzu kommt, daß, wenn das gesamte Leistungsspektrum in einer einzigen Klasse unterrichtet wird, ein schwacher Schüler, der dem normalen Unterricht nicht folgen kann, trotz „Innendifferenzierung” ständig erfährt, was er alles nicht versteht. So wird seine Frustration nur um so größer, als wenn er mit wenigen Schülern seiner Leistungsklasse zusammen gefördert wird. Die psychischen und sozialen Folgen der verstärkten Frustration kann sich jeder ausmalen. 
Aber dieses Chaos und die Unübersichtlichkeit, die Unvergleichbarkeit der Leistungen und die verrückte Idee, geistig Behinderte aufs Gymnasium zu schicken, ist offensichtlich die gewollte Methode, mit der linke Ideologen ihre fixe Idee und ihr Ziel der sozialistischen Gleichmacherei auf die Schule und das Bildungssystem ausweiten wollen: So kann man jedem sein Abitur und in der Folge auch seinen Bachelor und Master zuerkennen. Das böse Erwachen kommt dann bei dem Versuch, einen Beruf ausüben zu wollen. Aber warum auch? Die Sozialisten wollen doch ein bedingungsloses Grundeinkommen garantieren. Aber wer erarbeitet dann die Werte, mit denen das bezahlt werden soll? Doch diejenigen „Bildungsexperten” und Politiker, welche das Chaos erzeugt, aber selbst nie unterrichtet haben, „betreuen” natürlich nach 4 Jahren ein anderes Ressort, von dem sie auch keine Ahnung haben. Dann kommt der nächste, der geschworen hat, „Schaden vom Deutschen Volk abzuwenden”, der dann wieder für die nächsten 4 Jahre die wehrloscn Schüler und Lehrer zu neuen Experimenten in schamlosester Weise mißbraucht. Und so geht es immer weiter.
Niemand sollte Entscheidungen über Schulpolitik treffen, der nicht selbst mindestens 10 Jahre vollzeitlich an einer Regelschule unterrichtet hat, da man sonst, wie zur Zeit, sagen muß: „Denn sie wissen nicht, was sie tun.” Doch kann ich mich nicht dazu durchringen, zu sagen: „Herr, vergib ihnen”. In einer Zeit, in der durch die informationstechnische Entwicklung die Bandbreite der medialen „Information”, was immer man darunter verstehen mag, enorm zugenommen hat, melden sich immer mehr „Experten” zu Wort, deren krankhaftes Geltungsbedürfnis in keinem Verhältnis zu ihren geistigen Fähigkeiten steht. 
Fazit:
Inklusion von körperlich behinderten Schülern, so wie sie bisher schon von einigen Schulen praktiziert wird, sollte auf viel mehr Schulen ausgedehnt werden. Inklusion geistig behinderter Schüler ist falsch und kontraproduktiv. Wichtig ist, daß alle bisherigen Sonder- und Förderschulen sowohl für geistig Behinderte als auch für körperlich Behinderte restlos erhalten bleiben müssen.
Jedoch wird es nicht möglich sein, dies den absoluten und bedingungslosen Verfechtern der vollständigen Inklusion klarzumachen. Denn wer Ideologien verfallen ist oder ihnen kritiklos anhängt oder sich an Dogmen klammert, der hat das Denken, sofern er es je getan hat, aufgegeben und sein Hirn einbetoniert.