Windräder

Wenn in Zeitungsartikeln über alternative oder "erneuerbare" Energien geschrieben wird, so liest man üblicherweise. "Das reicht für soundsoviel Haushalte". Rechnet man dies um, so zeigt sich, daß man von einem Bedarf von 0,8 kW pro Haushalt ausgeht (inzwischen in manchen Statistiken auch schon von 1,4 KW pro Haushalt). Dies ist jedoch nur der Jahresdurchschnitt eines durchschnittlichen Haushalts. Wenn Waschmaschine und Trockner laufen und auch noch das Mittagessen bereitet wird, kommt leicht der Bedarf von 10 kW pro Haushalt gleichzeitig zusammen. Da die Problematik der Zwischenspeicherung von elektrischer Energie keinesfalls gelöst ist und für die Industrie auch auf lange Sicht nicht zufriedenstellend gelöst werden kann, ist es geradezu aberwitzig, ständig neue Windräder zu subventionieren, zu planen und zu bauen, zumal das Problem der Leitungsnetze ebenfalls auf längere Zeit nicht gelöst werden wird (Wie lange dauern Planfeststellungsverfahren?). Noch verrückter aber ist es, mit völlig aus der Luft gegriffenen Phantasiezahlen um sich zu werfen wie z.B.:"Die Landesregierung verfolgt den Plan, daß Rheinland-Pfalz bis 2030 "bilanziell" 100 % des Strombedarfs aus erneuerbaren Energien deckt." (Was heißt "bilanziell"?), nur um Eindruck zu schinden. Wenn der Wind nicht weht, müssen wir teueren Strom aus französischen Kernkraftwerken einkaufen, um bei Überproduktion dafür zu bezahlen, daß andere uns den überflüssigen Strom abnehmen. Die Behauptung, man wolle der Verspargelung der Landschaft entgegenwirken, ist ohnehin Unsinn, da diese bereits stattgefunden hat. Im übrigen wird diese Behauptung durch die in der RZ abgedruckten Absichten der Landesregierung widerlegt. In diesem Zusammenhang möchte ich eine Anmerkung anfügen:
Wenn ich früher durch den Westerwald wanderte, kam mir immer das herrliche Gedicht von Joseph von Eichendorff in den Sinn, welches ich dann auch gelegentlich in der Vertonung von Felix Mendelssohn-Bartholdy frei heraus sang:

0 Täler weit, o Höhen, o schöner grüner Wald,
du meiner Lust und Wehen andächtger Aufenthalt! 
Da draußen, stets betrogen, saust die geschäftige Welt. 
Schlag noch einmal die Bogen um mich, du grünes Zelt!    

Als ich jedoch kürzlich durch den Westerwald fuhr, kamen mir ganz andere Worte in den Sinn. Eichendorff möge mir verzeihen, wenn ich sein wunderschönes Gedicht mißbrauche, ebenso, wie unsere schöne Landschaft mißbraucht und verhunzt wird:

O Spargel auf den Höhen, o du Propellerwald,
verrückter Geister Wehen, unsinnig, häßlich, kalt!
Von "Forschern" frech betrogen - nur Klima - Panik zählt -
hast den Verstand verbogen, du "tapfre neue Welt"!

Wann werden wir wieder beim Anblick unserer Landschaft Eichendorff und Mendelssohn singen?