Zum Thema: Bildungschancen, Gesamtschule und gegliedertes Schulsystem:

Vorab einige allgemeine Betrachtungen:
Die 68-er behaupteten seinerzeit: „Die Statistik beweist eindeutig, daß Intelligenz nur vom Umwelteinfluß und nicht von Erbanlagen abhängt.” Es ist schon erstaunlich, daß es möglich ist, so viel Unsinn in einen einzigen, so kurzen Satz hineinzupacken. 
Zunächst muß man mit einem weit verbreiteten, und leider sich immer mehr verbreitenden Irrtum aufräumen: Die Statistik kann nie etwas beweisen! Wenn zwischen zwei Phänomenen A und B eine Korrelation festgestellt wird, so kann dies nur ein Hinweis sein, hier weiter nachzuforschen. Ein möglicher Zusammenhang zwischen den Phänomenen kann letztlich nur durch die diesen Phänomenen zugrundeliegenden Fachwissenschaften begründet werden. So können z.B. zwei Phänomene A und B unabhängig voneinander sein, jedoch beide abhängig sein vom Eintreten eines anderen Phänomens C gleichzeitig mit einem weiteren Phänomen D, oder aber ihre „Korrelation” wäre zufällig. Im übrigen könnte ein Glaube an den statistischen „Beweis” eines Zusammenhangs immer noch nicht erklären, ob A von B oder B von A abhängt. Soviel zur Statistik.
Das nächste Wort in diesem Satz heißt: „Intelligenz”. Unreflektiert wird einfach angenommen, daß dieser Begriff eindeutig definierbar sei. Das ist falsch! Ist es z.B. ein Zeichen von Intelligenz, wenn ein Naturwissenschaftler, der in seinem Fachgebiet als führende Kapazität in Europa gilt, versucht, während der Rush-hour zu Fuß eine 8-spurige Autobahn zu überqueren, und sich wundert, daß er nur bis zur 6. Spur kommt? Oder ist es ein Zeichen von Intelligenz, wenn ein Landwirt einem anderen einen Teil seines Ackers für wenig Geld abschwindelt, weil er durch dunkle Kanäle bereits vorher mitbekommen hat, daß dieses Land bald zum Bauerwartungsland erklärt wird? Der Begriff „Intelligenz” ist nicht wie eine physikalische Größe wie z.B. Spannung oder Stromstärke definierbar, sondern wenn wir uns über Intelligenz unterhalten, so haben die meisten Menschen so in etwa und im Kern eine ungefähr übereinstimmende Vorstellung davon, was „man” unter Intelligenz versteht. Dies ist aber weit entfernt von der Definition einer physikalischen Größe. 
Nun mag man einwenden, der IQ gebe doch die „Intelligenz” eines Menschen an. Auch hier muß man mit einigen Irrtümern aufräumen: Zum einen wird nicht etwa eine definierte Größe gemessen, sondern die Größe wird durch die Meßvorschrift überhaupt erst definiert, d.h. durch diejenige Vorstellung von „Intelligenz”, welche nur der oder die Ersteller des Tests hat oder haben, d.h. auch hier liegt keine allgemein akzeptierte Definition von „Intelligenz” vor, die jeder in der gleichen Weise nachvollziehen kann. Des weiteren kann nicht erwartet werden, daß weitere Messungen das erste Ergebnis bestätigen, weil der Proband nach mehreren Tests denselben immer besser kennenlernt und sich daher darauf vorbereiten kann. Um dies zu verhindern, wechselt man die Fragen und damit die Anforderungen des Tests. Aber damit wechselt man die Basis, aufgrund derer der „Meßwert” zustande kommt. Somit ist überhaupt nicht gewährleistet, daß der andere Test unter gleichen Bedingungen dasselbe mißt wie der vorangegangene, d.h. die Reproduzierbarkeit eines Meßergebnisses unter gleichen Bedingungen, wie sie als Forderung an eine physikalische Messung gestellt wird, ist in keinster Weise erfüllt. Aber gerade hier liegt die Gefahr: Durch Angabe von 2- bis 3-stelligen Zahlen als „Meßergebnis” wird eine „wissenschaftliche Exaktheit” suggeriert, die es so gar nicht gibt. Daher hat der IQ m.E. mehr geschadet als genutzt. So kann z.B. ein Proband, der von der Zuverlässigkeit und Wissenschaftlichkeit des IQ überzeugt ist (oder überredet wurde), bei einem schlechten Abschneiden völlig ungerechtfertigt sein Selbstwertgefühl und sein Selbstbewußtsein verlieren. Man kann dem IQ eine gewisse Aussagekraft durchaus nicht absprechen, jedoch liegt diese weit entfernt von jeglicher „exakten Messung”, und es fragt sich, ob diese „Messung” wirklich Erkentnisse bringt, die man nicht auch auf anderem Wege - vielleicht besser - hätte erlangen können.
Nun zu der eigenlichen Aussage des Satzes: Intelligenz sei nur vom Umwelteinfluß und nicht von Erbanlagen abhängig. Die Praxis zeigt, auch völlig ohne wissenschaftliche oder pseudowissenschaftliche Hilfe, das Gegenteil:
Bei Familien mit mehreren Kindern, insbesondere mit Zwillingen, liegen die gleichen genetischen wie Umwelteinflüsse vor. Ein Zusammenhang zwischen genetischen Codes und „Intelligenz” müßte erst entschlüsselt werden, aber die gleichen Umwelteinflüsse wird man voraussetzen dürfen. Und gerade bei Zwillingen stellt man fest: Selbst wenn sie äußerlich nahezu oder gänzlich ununterscheidbar sind, unterscheiden sie sich doch im Wesen, in Interessengebieten und auch in geistigen Fähigkeiten. Aber auch seitens der Fachwissenschaften ist es inzwischen völlig unbestritten, daß ein wesentlicher Teil der geistigen Fähigkeiten auf genetischen Voraussetzungen beruhen, und dann durch „Umwelteinflüsse” wie Elternhaus, Schule, usw. weiter ausgebildet werden können.
Wie sind nun die geistigen Fähigkeiten, auf denen man aufbauen kann, in der Bevölkerung verteilt? Greifen wir hier auf die Stochastik zurück. Sie enthält außer einem (oft falsch verstandenen) Korrelationskoeffizienten (s.o.) noch viele wesentliche und vor allem grundlegendere Aussagen: 
Jede Sruktur der Materie und jede Erkenntnis beruht auf der Unterscheidung mindestens zweier verschiedener Zustände, die (beide) mit einer von Null verschiedenen Wahrscheinlichkeit eintreten können, oder kann darauf zurückgeführt werden: Entweder es liegt ein bestimmter Zustand vor oder nicht. Dies führt bekanntermaßen zur Bernoulli-Verteilung (oder Binomialverteilung). Da diese Situation in der Natur sehr oft in der gleichen Weise wiederholt wird, und sich die Auswirkungen der Wiederholungen oft addieren, nähern sich viele Wahrscheinlichkeitsverteilungen und damit auch Häufigkeitsverteilungen nach dem Zentralen Grenzwertsatz der Wahrscheinlichkeitstheorie der Normalverteilung (Gaußsche Glockenkurve) an. Natürlich gibt es auch eine ganze Reihe von Ausnahmen, z.B. die Maxwellsche Verteilung der Geschwindigkeiten der Moleküle eines Gases, aber letztlich werden wir in allen Lebensbereichen immer wieder mit der Normalverteilung konfrontiert. Daher wird man auch bei der Betrachtung der Verteilung von geistigen Fähigkeiten die Normalverteilung zugrunde legen müssen. 
Wer sich ein wenig mit den Vorsokratikern und mit Platon und Aristoteles beschäftigt hat, wird nicht annehmen, daß der Mittelwert dieser Normalverteilung sich seit dieser Zeit wesentlich nach rechts verschoben hat (allenfalls ein wenig mehr in der Zeit der Aufklärung und danach mit Kant u.a.). Daher ist es absurd, zu glauben, daß dieser Mittelwert, nachdem er sich in zweieinhalb Jahrtausenden nur sehr wenig nach rechts verschoben hat, nun plötzlich mit noch so viel didaktischem Aufwand und mit völlig frei erfundenen prozentualen Vorgaben für bestimmte Bildungsabschlüsse, wie sie z.B. die Statistik-Clowns der OECD immer wieder von sich geben, einen so gewaltigen Ruck nach rechts macht, daß nun auf einmal die Menschheit „um 40%” „intelligenter” geworden ist, und das alles nur aufgrund der Aktivität von Politikern („Wir tun was!” Was, ist egal. Hauptsache: Wir tun was.), welche sich als sogenannte „fachliche Berater” solche selbsternannten Pädagogik-Gurus anlachen, die selbst, wenn überhaupt, maximal zwei Jahre lang Schüler unterrichteten, dabei gemerkt hatten, wie anstrengend der Lehrerberuf ist, und sich daher eine andere Tätigkeit ausgesucht hatten. Die eigentlichen Fachleute, nämlich die Lehrer und Hochschullehrer, welche mindestens zehn Jahre vollzeitliche Berufserfahrung nachweisen können, , werden nie gefragt, da man weiß, daß deren Antworten und Reaktionen politisch unbequem und nicht gewollt sind. So setzen sich Politiker, bar jedes Sachverstandes, zusammen, um in einem Kultusministerium oder einer Kultusministerkonferenz oder in Berlin oder in Bologna oder sonstwo irgendeinen Mist auszubrüten, welcher dann den Fachleuten vor Ort zugemutet wird, ohne daß die Politiker diese um Rat fragen bzw. deren Rat, der oft, z.B. durch den Philologenverband, gegeben wird, in den Wind schlagen, weil er nicht in die Ideologie dieser Politiker paßt. Mit z.B. der „Vorgabe”, bis zum Jahre XYZ die Abiturientenquote auf 80% eines Jahrgangs zu heben (warum nicht gleich auf 100% ?), zwingt man die Schule nur, das Abiturniveau zu senken, und macht damit das Abitur wertlos. Die geistigen Fähigkeiten der Schüler wird man durch diese Vorgaben nicht steigern, und man wird erst recht nicht die Normalverteilung (Gaußsche Glockenkurve) für die geistigen Fähigkeiten durch eine Gleichsetzung aller auf höchstem Niveau ersetzen können, was man aber vorgibt, mit der Gesamtschule leisten zu können. Das schulpolitische Credo der Politiker aus dem eher links gerichteten Lager ist so primitiv, daß es in einem Satz ausgedrückt werden kann: Alle Schüler sind gleich intelligent, nur die Lehrer sind verschieden dumm. Niemand stört sich daran, daß die Körpergröße von Menschen normalverteilt ist, jedoch sollen alle gleiche geistige Fähigkeiten haben. Die Gaußsche Glockenkurve bezieht sich aber, wie oben dargelegt,  nicht nur auf Körpergrößen oder Gewichte, sondern auf alles, was mindestens zwei Zustände annehmen kann, und zwar in ausreichender Vervielfältigung, somit bezieht sie sich auch auf Fähigkeiten und damit auch auf geistige Fähigkeiten. Die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung ist völlig falsch verstanden worden. Gleichheit bedeutet nicht etwa, daß beide dasselbe können, sondern daß jeder auf seinem Gebiet Meister sein kann, und als solcher auch gleich geachtet werden soll. Chancengleichheit bedeutet, eine gemeinsame Startlinie für alle zu gewährleisten und nicht etwa sicherzustellen, daß alle auch dasselbe Ziel erreichen und dann auch noch gleichzeitig, wie die Gallier beim Sturm auf die Römer, wenn sie alle den Zaubertrank des Miraculix „Genossen“ haben. Das Konzept der Politiker aus dem eher links gerichteten Lager ist klar: Wenn man schon aufgrund naturgemäßer Gegebenheiten nicht alle gleich schlau machen kann, da es bisher noch am Zaubertrank für geistige Fähigkeiten fehlt, muß man durch die Schulpolitik dafür sorgen, daß möglichst alle gleich dumm bleiben. Dafür soll die Gesamtschule sorgen. Die Sozialisten wollen offensichtlich, nachdem das prinzipielle Scheitern und der letztlich zwingend folgende Zusammenbruch des materiellen Sozialismus nach 1989 selbst dem größten Dummkopf klar geworden sein muß, als letzte Bastion nun den geistigen Sozialismus propagieren und diesen wider alles bessere Wissen und wider alle Erfahrung retten und verteidigen, und sich verzweifelt und mit aller Macht daran klammern: „Alle Menschen sind gleich intelligent, und zwar mit dem IQ von Albert Einstein. Die Unterschiede werden lediglich künstlich durch das ungerechte gegliederte Schulsystem erzeugt, welches von der herrschenden Klasse (welche?) der Arbeiterklasse (welche?) aufoktroyiert wurde, um diese von den ‘Privilegien’ (welche?) der herrschenden Klasse (s.o.) fernzuhalten.” 
Betrachten wir nun das gegliederte Schulsystem:
Einer der dümmsten Sprüche, welche in der Didaktik verbreitet wurden, war der folgende: "Wir müssen die Schüler da abholen, wo sie stehen“. Anstatt jedoch die Schüler von da aus weiter zu bringen, blieb man selbst bei ihnen stehen. Nehmen wir einen Vergleich aus der Physik: Ich will mit einem Magneten ein Stück Eisen anheben. Bringe ich den Magneten auf das gleiche Niveau wie das Eisen, so wird das Eisen sich nicht bewegen. Halte ich aber den Magneten ein Stück über das Eisen, so wird es sich nach oben in Richtung Magnet bewegen. Ist jedoch die Entfernung zum Eisen zu groß, passiert nichts. Übertragen bedeutet dies: Begebe ich mich als Lehrender auf das Niveau der Schüler, werden die Schüler keine Veranlassung sehen, sich zu bewegen. Halte ich ihnen aber „in Sichtweite“ ein höheres Niveau vor, so werden sie eher bestrebt sein, dieses Niveau zu erreichen. Ist dieses Niveau zu hoch, kann der Schüler keinen Zusammenhang zu seiner jetzigen Situation und damit auch keinen Weg erkennen, der zu diesem Niveau führen könnte: er bewegt sich nicht. So bewegt sich auch die SPD, verbohrt in ihre Idee vom geistigen Sozialismus, nicht von der Gesamtschule weg, deren Unbrauchbarkeit in der Praxis längst im Übermaße bewiesen ist. Nur das bewährte, dreigliedrige Schulsystem kann der Verteilung der geistigen Fähigkeiten der Schüler nach der Normalverteilung nach Gauß Rechnung tragen, so daß der Unterricht entsprechend dem oben dargestellten Bild „Der Magnet und das Eisen” gestaltet werden kann. 
Nun ist aber das dreigliedrige Schulsystem im Laufe der Zeit dadurch geschwächt worden, daß die Übergangsquoten nach der Grundschule zu Realschule und Gymnasium so groß wurden, daß leider die Hauptschule zu einer Restschule verkommen ist. Diese Entwicklung sollte, nachdem es nicht gelang, die gewünschte Gesamtschule flächendeckend und konkurrenzlos einzuführen, das gegliederte Schulsystem allmählich obsolet machen, und so der Gesamtschule über die Hintertür wieder zum Sieg verhelfen. Dies wurde u.a. insbesondere durch die Prozent-Artisten der OECD (Wozu sind die eigentlich da?) befördert: Abitur für alle (100%; s.o.). Außerdem wurde dieser Effekt dadurch verstärkt, daß z.B. in Rheinland-Pfalz die Empfehlung der Grundschullehrer für die Schüler der 4. Klasse, welche weiterführende Schule sie zukünftig besuchen sollen, für die Eltern auf einmal nicht mehr bindend war, d.h.: Eltern, deren Kind eine Empfehlung für die Hauptschule hat, können dieses dennoch am Gymnasium anmelden. Dies führt in der Praxis zu folgendem Problem:
Ein Realschüler, der ständig überfordert ist, weil das zu erreichende Ziel immer wieder für ihn zu weit entfernt ist, wird auf die Dauer frustriert sein und sinkt in seinen Leistungen. Derselbe Schüler, wäre er zur Hauptschule gegeangen, hätte, um auf das Beispiel von Magnet und Eisen zurückzugreifen, an der Hauptschule in Sichtweite ein Ziel, was er erreichen kann. In diesem Anforderungsrahmen steigen dann auch wegen der zu erwartenden Erfolgserlebnisse seine Leistungsbereitschaft und seine Leistungen, was dann zu einem ordentlichen Abschlußzeugnis führen kann. Früher sagten Arbeitgeber sehr oft: „Lieber ein Hauptschüler mit gutem Abschluß, als ein Realschüler, der es nur ganz knapp geschafft hat.” Leider hört man das, natürlich bedingt durch die o.a. Entwicklung der letzten Jahre (bzw. Jahrzehnte), heute immer seltener. 
Ein weiterer Aspekt ist hier ganz wichtig, und in den bisherigen Diskussionen vielleicht zu wenig beachtet worden: Jeder Lehrer weiß, daß er, um ein gewisses Leistungsniveau in seiner Klasse halten oder erreichen zu können, einige „Zugpferde” braucht, welche die anderen Schüler mitreißen. Schüler, welche sich auf der Realschule schwer tun, könnten auf der Hauptschule diese Zugpferde sein, welche die Kollegen auf der Hauptschule schmerzlich vermissen. Fehlen diese Zugpferde nämlich, denken die Schüler: „Die anderen tun ja auch nichts, oder die sind ja auch so doof, warum soll ausgerechnet ich mich anstrengen?” Dabei ist die Zahl der möglichen Zugpferde ganz wichtig. Sind es nur ganz wenige, würden diese als Streber vom Gros der Klasse niedergemacht. Sind aber mehrere Schüler in der Klasse, die Leistung zeigen wollen, so wirkt sich das auf das Verhalten der anderen Schüler aus: „Warum sollte ich das nicht auch können, was die können?” Damit würde aber durch solche Zugpferde nicht nur einfach rechnerisch durch deren Leistungen der Notendurchschnitt steigen, sondern das Niveau der gesamten Klasse würden dadurch angehoben, denn die erreichbaren höheren Leistungen sind auch für andere Schüler in Sichtweite und erstrebenswert, so daß diese selbst sich zu höheren Leistungen aufraffen. So könnten Schüler, welche sich auf der Realschule schwer tun, nicht nur sich selbst auf der Hauptschule besser bestätigen, sondern könnten darüber hinaus auch noch Ansporn für andere Schüler sein.
Unter Berücksichtigung dieser Aspekte würde nicht nur die Hauptschule wieder zur Hauptschule werden, sondern der Schüler mit Hauptschulabschluß hätte auch ein höheres Bildungsniveau, was von Handwerk, Industrie, Handel und Gewerbe auch eher akzeptiert würde. Damit würden auch die Einstellungschancen für Hauptschüler steigen, während zur Zeit, durch die systematische Aushungerung der Hauptschule ein nicht erwünschter Verdrängungswettbewerb zugunsten der Realschüler und Gymnasiasten stattfindet. 
Dasselbe gilt für das Verhältnis zwischen Gymnasium und Realschule. Auch hier kann man sagen, daß die Realschulabschlüsse wieder höheren Wert hätten, wodurch z.B. der Bereich der qualifizierten Facharbeiter und Spezialisten im Mittelbau der Industrie wieder gestärkt werden könnte. Gleichzeitig würde für das Gymnasium die Spannweite der Leistungsfähigkeiten der Schüler einer Klasse wieder auf ein erträgliches Maß zurückgeführt werden können. Denn da die Gaußsche Glockenkurve, wie oben beschrieben, nicht mit administrativen Maßnahmen beliebig verbogen und verschoben werden kann, bedeutet das zahlenmäßigen Schrumpfen der linken Seite der Verteilung automatisch das Verbreitern der rechten Seite, d.h. die Spannweite der Leistungsfähigkeiten der Gymnasiasten vergrößert sich, was dazu führt, daß auf den Gymnasien die Lehrer mehr damit beschäftigt sind, schwachen Schülern weiterzuhelfen, als begabte Schüler dazu anzuregen und anzuleiten, ihre Fähigkeiten weiterzuentwickeln, und diese Schüler, die auf dem rechten Ausläufer der Normalverteilung zu finden sind, beschweren sich zu Recht über diese Vernachlässigung, fordern ihr Recht auf Förderung ihrer Fähigkeiten ein und wollen eine Absenkung des Leistungsniveaus nicht hinnehmen. 
Um aber im Gegenteil die Spannweite der Leistungsfähigkeiten der Gymnasialschüler, die ohnehin jetzt schon im Unterricht nur sehr mühsam bewältigt werden kann, getreu dem Gedanken des geistigen Sozialismus, noch weiter als bisher auszudehnen, und damit dem Gymnasium endgültig die Basis für eine sinnvolle Arbeit zu entziehen, sollen nun auch geistig Behinderte ins Gymnasium aufgenommen werden. Für einen normalen, vernunftbegabten Menschen erübrigt sich die Diskussion hierüber. Es steht außer Frage, daß für körperbehinderte Schüler sicher viel mehr getan werden kann, als nur einige wenige Schulen mit entsprechenden Einrichtungen, Betreuungsmöglichkeiten und Personal auszurüsten. Die geringe Anzahl dieser Schulen führt zu starken Belastungen der körperbehinderten Schüler, wie z.B. lange Anfahrtswege zur Schule und Wohnen außerhalb des Elternhauses. Aber bei dem Begriff „Inklusion” geht es, wie die Politiker ausdrücklich bestätigen, gerade auch um geistig behinderte Schüler. Ich hüte mich allerdings davor, zu sagen, dies sei an Hirnrissigkeit nicht mehr zu überbieten, denn jedesmal, wenn man dies im Schulalltag bei einer Äußerung, Anordnung oder Verordnung des Kultusministeriums dachte, wurde man, insbesondere in den letzten zwei Jahrzehnten, seitens des Kultusministeriums eines besseren belehrt.
Gegen das dreigliedrige Schulsystem wird immer wieder das Argument hervorgebracht, durch die Laufbahnempfehlung der Grundschullehrer werde viel zu früh eine Entscheidung gtroffen, welche die ganze Zukunft des Schülers unwiderruflich vorherbestimmt. Dies ist - zumindest für Rheinland-Pfalz - falsch. Wie oben erwähnt, ist in RLP diese Empfehlung nicht mehr bindend, was ich allerdings für falsch halte. Die früher jahrelang in RLP gültige Regelung halte ich für besser: Wollte ein Schüler mit  Hauptschulempfehlung eine Realschule oder ein Gymnasium besuchen, oder ein Schüler mit Realschulempfehlung ein Gymnasium, so mußte er an der gewünschten Schule eine Aufnahmeprüfung machen. Weiterhin hat der Schüler nach der Orientierungsstufe, also nach der 6. Klasse bei entsprechenden Leistungen ebenfalls die Möglichkeit, zur Realschule bzw. zum Gymnasium zu wechseln. Schließlich kann der Schüler auch noch nach der 10. Klasse von der Hauptschule oder Realschule bei entsprechenden Leistungen zur Oberstufe des Gymnasiums wechseln. Ich habe im Laufe meiner Dienstzeit eine ganze Reihe von ehemaligen Hauptschülern und Realschülern erlebt, die dann ein hervorragendes Abitur abgelegt hatten. Der Vorwurf, das dreigliedrige Schulsystem sei vertikal nicht durchlässig genug, und würde gerade Spätentwicklern den Weg nach oben verbauen, ist also schlichtweg falsch. 
Ein weiterer Trick, die Gesamtschule durch die Hintertür doch noch durchzusetzen, ist die Idee der schulartübergreifenden Orientierungsstufe bzw. des gemeinsamen Lernens bis zur 6. Klasse, um erst dann eine Differenzierung vorzunehmen (um später dann klammheimlich weitere „Zusammenlegungen” durchzuführen). Hört man hierzu die Grundschullehrer, so erfährt man, daß im Laufe der ersten vier Schuljahre die Spannweite der verschiedenen Begabungen und Leistungsfähigkeiten der Schüler bereits so weit auseinanderstrebt, daß es gegen Ende der 4. Klasse schwer wird, allen Schülern in diesem breiten Leistungsspektrum gerecht zu werden. Also ergibt auch diese Variante keinen Sinn.
Letztlich wird noch ein Argument gegen das gegliederte Schulsystem angeführt: Kinder von Eltern  aus „bildungsfernen Schichten” haben es viel schwerer, zum Abitur zu kommen, als Kinder von Eltern, welche selbst Abitur oder sogar einen Hochschulabschluß gemacht haben. Damit soll der Vorwurf der mangelnden vertikalen Durchlässigkeit begründet werden, wobei nicht nur das System, sondern auch das Verhalten der Lehrer kritisiert wird, welche verdächtigt werden, Schüler nach dem „Stand” der Eltern zu beurteilen. Dies ist absurd, denn welcher Lehrer hat denn bei der ganzen Arbeitsbelastung, welche durch alle möglichen unsinnigen, aber vom Kultusministerium angeodneten, zusätzlichen Belastungen, welche mit dem Erreichen des Schulziels absolut nichts zu tun haben, sich täglich erhöht, überhaupt Zeit, nach dem Beruf der Eltern zu fragen oder dies bei einer Schülerzahl von 180 - 250 Schülern überhaupt im Bewußtsein zu halten? In früheren Jahrhunderten und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts konnte man durchaus zu Recht sagen, daß der Stand und die Finanzkraft der Eltern wesentliche Voraussetzung für die schulische Entwicklung der Kinder waren, auch wenn diese nicht gerade sonderlich leistungsfähig waren. Inzwischen haben sich die Verhältnisse aber geändert. Natürlich wird ein schwacher Schüler, der von seinen Eltern weder ideelle, noch bildungsfördernde, noch finanzielle Unterstützung erfährt, auch heutzutage eher scheitern, als ein ebenfalls schwacher Schüler, welcher auf die Hilfe der Eltern bauen kann. Eine absolute Chancengleichheit gibt es sowieso nicht. Einem leistungsfähigen Schüler wird aber im dreigliedrigen Schulsystem, wie oben dargelegt, unabhängig vom Elternhaus jede Bildungsmöglichkeit eröffnet. An dieser Stelle muß man nun aber den Vergleich zur Gesamtschule ziehen. Gerade die Statistikgläubigen müßten an dieser Stelle zugeben, daß die Gesamtschule genau diesen angeblichen Makel des dreigliedrigen Schulsystems nicht beseitigt, ja nicht einmal vermindert, sondern in dieser Beziehung noch schlechter ist, als das dreigliedrige Schulsystem. Unterhält man sich mit Kollegen und Schülern von Gesamtschulen, so erhält man manchmal den Eindruck, daß die Zugehörigkeit zum A-, B- oder C-Kurs in einer Gesamtschule noch wesentlich zementierter und unbeweglicher ist, als die Zugehörigkeit zu einer Schulart im gegliederten Schulsystem. 
Die logische Konsequez wäre, die Ursache für den Erfolg im Schulabschluß, z.B. Abitur, nicht in Unzulänglichkeiten des Schulsystems zu suchen, sondern andere Ursachen zu bedenken.
Niemand wundert sich, daß Kinder von Eltern, welche beide eine überdurchschnittliche Körpergröße haben, ebenfalls relativ groß sind, jedenfalls im Durchschnitt, falls die Eltern mehrere Kinder haben. Daß auch einmal ein kleineres Kind dabei ist, würde als Ausnahmefall den Gedanken an die Vererbbarkeit von Eigenschaften der Eltern nicht stören. Ebenso würde dies im umgekehrten Fall gesehen (kleine Eltern - im Verhältnis zur Durchschnittsgröße auch, von Ausnahmen abgesehen, kleinere Kinder). Soll dies für die geistigen Fähigkeiten der Eltern - ebenfalls im Durchschnitt gesehen - nicht gelten? Genauso, wie die Körpergröße nicht im Eizelfall sondern nur im Durchschnitt gesehen werden kann, gilt dies für geistige Fähigkeiten. Ein Kind bildungsferner Eltern kann durchaus hochintelligent sein, und diesem Kind wird durch das gegliederte Schulsystem ganz sicher nicht der Weg „nach oben” versperrt. Ich verweise hier auf die obigen Ausführungen zur statistischen Verteilung von geistigen Fähigkeiten. Insofern wäre der dem Schulsystem vorgeworfene Makel der Selektion nach „Stand” der Eltern keine Frage des Schulsystems, sondern von der Realität gegeben. In diesem Zusammenhang muß wiederum auf ein Mißverständnis im Umgang mit der Statistik hingewiesen werden: Es wird immer wieder der Fehler gemacht, vom Durchschnitt einer Grundgesamtheit auf die Eigenschaften eines einzelnen Element dieser Grundgesamtheit zu schließen. Statistische Aussagen haben nur einen Sinn, wenn sie sich auf eine Grundgesamtheit insgesamt beziehen. Sie haben keinen Wert als Aussage über ein einzelnes Element.
Zum Abschluß ein kleiner Spaß aus dem Anfang der 70-er Jahre, an den ich mich noch sehr gut erinnere. Damals war ein Herr Friedeburg Kultusminister in Hessen. Er wollte nicht nur die Gesamtschule in ganz Hessen als Pflichtschule durchsetzen und den Eltern gesetzlich verbieten, ihre Kinder nach Rheinland-Pfalz in die Realschule oder ins Gymnasium zu schicken, sondern er wollte eine vollständige Gesamtschule, nämlich alles, vom Kindergarten über die „integrierte Gesamtschule” bis zur Universität, unter einem Dach vereinigen. Damals kursierte folgender Witz: Herr Friedeburg stirbt, kommt zur Himmelstür und klopft an. Petrus öffnet: „Schön, daß Sie da sind, Herr Friedeburg. Wir haben Sie schon erwartet. Es ist auch schon ein Zimmer für Sie reserviert. Gehen Sie mal diesen Gang weiter, 2. Tür links.” Herr Friedeburg bedankt sich für den netten Empfang, geht in das besagte Zimmer und schaut sich um. ‘Nett eingerichtet’ denkt er, setzt sich bequem in einen Sessel und schaut sich um. ‘Gut geheizt’, denkt er und hängt seine Jacke an die Garderobe. Es wird ihm wärmer. Er öffnet Krawatte und Kragenknopf. Es wird wärmer. Er möchte das Fenster öffnen. Da merkt er, daß es nur von innen auf die Wand gemalt ist. Es wird wärmer. Er geht zur Tür, um sie zu öffnen. Doch da ist innen kein Griff. Schweißgebadet ruft er schließlich: „Himmel noch mal! Stellt doch endlich mal die Heizung ab! Man kann es hier ja nicht mehr aushalten!” Da geht in der Tür eine Klappe auf und es schaut einer hindurch mit rotem Gesicht und zwei Hörnern auf der Stirn und sagt: „April! - April! - Integrierte Gesamtewigkeit!”